Dienstag, 10. März 2015
Halles Zorn im Fernsehen
Stephan Ludwig will keine Regionalkrimis schreiben. Deshalb kommt nirgendwo in seinem Zorn-Krimis der Name der Stadt vor, in der sein seltsames Ermittler-Duo noch seltsamere Mordfälle auflösen muss. Aber die in den inzwischen vier Krimis der Serie beschriebenen Orte erinnern trotzdem irgendwie an Halle, wo der Autor lebt und nun der zweite Fall für die Kommissare Zorn und Schröder abgedreht wurde.
Ausgestrahlt wird Zorn. Vom Lieben und Sterben am 16. April in der ARD. Darin in Szene gesetzt ist u.a. das Nordbad von Halle. Erinnert entfernt an Zorn. Tod und Regen, worin die Kommissare im Stadtbad ihre Bahnen ziehen. Und auch die Masche, jemanden durch ein über die Fahrbahn gespanntes Drahtseil zu Fall (und zu Tode) zu bringen, ist eher ein Klassiker in der Kriminalliteratur als wirklich innovativ. Immerhin wartet der neue Zorn mit einem neuen Hauptdarsteller auf. Für Abwechslung ist also zumindest etwas gesorgt.

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Ich finde es sehr schade, dass nicht mehr Mišel Matičević die Hauptrolle spielt, der machte das nämlich sehr gut.

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Ja, ein auf Proll besetzter Schauspieler passt natürlich besser zum Zorn als ein softer Rosamunde-Pilcher-Rosenheim-Cop. Unabhängig vom Hauptdarsteller war Zorn. Tod und Regen nun alles andere als ein Meilenstein der Fernsehgeschichte.

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Mišel Matičević hat zwar schon einmal einen Zuhälter und einen russischen Gangster gespielt, aber auch Clemens Brentano - wofür er u.a. übrigens den Deutschen Fernsehpreis als bester Schauspieler bekam. Er ist sehr vielseitig und er verkörpert seine Charaktere glaubwürdig. Ihm nimmt man es eben auch ab, dass Frauen trotz allem auf diesen miesepetrigen, ketterauchenden Kommissar mit fettigen Haaren stehen und ihm zuliebe Tresorschlüssel klauen und sich damit in Gefahr bringen.

Ich fand, die Stadt wurde schon in atmosphärischen Bildern in Szene gesetzt. Und insgesamt war die Story schon stimmig gemacht, auch wenn - vermutlich aufgrund der beschränkten Sendezeit von 90 Minuten - die Exposition etwas zu kurz kam, warum die Figur des Henning Mahlers einen solchen Kadavergehorsam gegenüber seinen früheren Vorgesetzten bei der Bundeswehr an den Tag legte und weiter besoffen Auto fuhr, anstatt es einfach stehen zu lassen und ein Taxi zu rufen. Es war jedenfalls um Längen besser als alle sonstigen Hallenser Fernsehkrimis, die man davor vom MDR zu sehen bekam. Die waren immer schrecklich schlecht.

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