Dienstag, 17. März 2015
Kann Stephan Ludwig lesen?
Ein heikles Thema ...
Da lesen sechs Autoren zur 2. Kriminacht im Landgericht und alle wollen nur Stephan Ludwig hören. Schon am Einlass fragen die Gäste des Abends, wo denn nur der "Zorn" läse, so sehr sind Krimi-Autor und -Kommissar schon eins geworden im Bewusstsein nicht weniger Hallenser.
Schlimm ist das für Zorns/Ludwigs Kollegen, denen eine ungleich spärlichere Aufmerksamkeit zuteil wird: Während der Saal, in dem Zorn/Ludwig aus seinem neuesten Fall liest, brechend voll ist, herrscht andernorts zur gleichen Zeit gähnende Leere. Unter den drei Lokalmatadoren Zorn/Ludwig, Bernhard Spring und Peter Godazgar dominiert eindeutig ersterer das Feld. Von den ortsfremden Autoren ganz zu schweigen.
Aber wie liest Zorn/Ludwig nur? Wer ihn beim Fontäne-Fest im vergangenen oder vorvergangenen Sommer oder sonstwo erlebt hat, weiß, dass Zorn/Ludwig sich gern vorab schon als schlechter Vorleser zu erkennen gibt. Manche Buchhändlerin kann das bestätigen und auch nach seinem jüngsten Auftritt bei der Kriminacht zeigten sich einige Zuhörer überrascht, dass Zorn/Ludwig nicht zu viel versprochen hat.
Liest also Zorn/Ludwig tatsächlich schlecht? Wer die anderen fünf Autoren zum Vergleich heranzieht, merkt: Naja ... Die Unterschiede sind gering, die Erwartungen an die Autoren aber nicht. Und daran liegt es wohl dann auch.

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Eine Ziege für Francke!
So genau weiß eigentlich niemand mehr, wer sich die Francke-Geste einfallen lassen hat. Wahrscheinlich der Bildhauer Christan Daniel Rauch, der den pietistischen Begründer der nach ihm benannten Stiftungen 1828 mit dieser Geste (gespreizter Daumen und Zeigefinger) verewigte.
Nun bewerben sich die Stiftungen um den Titel eines UNESCO-Weltkulturerbes, was eine nette Sache ist, immerhin hat Sachsen-Anhalt schon jetzt die höchste Dichte an derartigen Stätten vorzuweisen. Nur eben ist Halle in diesem Reigen noch nicht dabei. Und das ließe sich doch touristisch ... Naja.
Und so werden nun alle möglichen Menschen aufgefordert, sich doch mit dieser Francke-Geste abbilden zu lassen und so die Bewerbung zu unterstützen.
Wer das auf der Leipziger Buchmesse tat, bekam dafür einen Kaffee-Gutschein. Als Belohnung. Oder war das umgedreht erst der Anreiz, bei der Foto-Aktion überhaupt mitzumachen? In Halle vier war die Luft sehr trocken ...
Das Ganze erinnert ein wenig nach diesem streitbaren Konzeptkünstler, der irgendwo in einem afrikanischen Dorf jedem Bewohner eine Ziege schenkte, sofern dieser nur den Familiennamen des Künstlers annähme. Die Rechnung ging hier wie da auf: In dem Dorf sind zumindest dem Namen nach alle Einwohner miteinander verwandt. Und Halle hat auf der Messe 300 Becher Kaffee gegen 300 Unterstützer-Fotos eingetauscht.
Tja, was einmal klappt ...

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Freitag, 13. März 2015
Kurze Notizen zu Sachsen-Anhalt
Durch Sachsen-Anhalt reist es sich am besten mit Robert von Lucius. Der wirklich rasende Reporter befährt dieses Bindestrichland, das für viele Ortsfremde immer noch terra incognita oder „deutsches Sibirien“ ist, seit sechs Jahren im Auftrag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Dass er dabei nicht nur im Magdeburger Regierungsviertel und vielleicht auch noch in Halle oder Dessau-Roßlau unterwegs ist, hat er bereits in seinen zahlreichen Berichten bewiesen. Von Lucius wählte in den vergangenen Jahren auch und gerade die abgelegenen Ortschaften im Land, um dort ausgemachte Befindlichkeiten einzufangen, die mehr über Sachsen-Anhalt und seine Bewohner verraten als ein schnöder Lexikoneintrag.
Aber seine nun in Buchform erschienenen Streifzüge durch Sachsen-Anhalt sind alles andere als eine bloße Zusammenstellung von FAZ-Reportagen, die dem Politikteil der Zeitung entnommen worden sind. Von Lucius hielt auch außerhalb des politischen Geschehens die Augen offen, saß im Magdeburger Café Central unter Grünautonomen ebenso wie beim Quedlinburger Pastor, mit dem er über den Kirchchor plauderte. Er erinnert an den über achtzig Jahre alten Brocken-Benno, der mehr als 6.000 Mal den höchsten Berg im Land bestieg, genauso wie an den Hallenser Nachwuchsautor Bernhard Spring.
Insgesamt gelingt von Lucius, was ich bisher noch nirgendwo anders gelesen habe: Er wandert leichtfüßig und äußerst unterhaltsam den schmalen Grad zwischen den Klischees über dieses Land entlang, ohne ins Straucheln zu geraten. Natürlich, zwischen Harz und Elbe hob Kaiser Otto I. sein Heiliges Römisches Reich deutscher Nation aus der Taufe, die (auch baulich manifestierte) historische Blütezeit Sachsen-Anhalts liegt im Mittelalter. Und ja, das Armenhaus Deutschlands ist heute zumindest lokal ein Hort des grassierenden Rechtsradikalismus. Beides zu verschweigen, wäre falsch. Aber von Lucius zeigt ein wesentlich vielschichtigeres Bild, flaniert vom ältesten Fingerabdruck der Menschheit über die Streitigkeiten zwischen Welfenhaus und Blankenburg um alte Adelsbesitze bis zur Magdeburger Band Tokio Hotel. Er betrachtet den größten Truppenübungsplatz in der Altmark genauso wie das Stück Holland im Oranienburger Schloss. Dabei gelingt es ihm immer wieder, Tradition und Aktualität auf einen Nenner zu bringen, etwa wenn er anlässlich der Verlegung des Polizeirufs von Halle nach Magdeburg die regionale kriminalliterarische Kultur, aber auch den nicht weniger ausgeprägten Konkurrenzkampf der beiden Großstädte im Land darstellt.
Ein unbedingtes Muss für alle, die ganz nah am Puls eines Landes sein wollen, das oft zu Unrecht hintan gestellt wird.

Robert von Lucius: Verdichtet und steinreich. Streifzüge durch Sachsen-Anhalt. Mitteldeutscher Verlag, 2012. 160 S., 9,95 Euro. ISBN: 978-3-89812-976-3.

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Dienstag, 10. März 2015
Halles Zorn im Fernsehen
Stephan Ludwig will keine Regionalkrimis schreiben. Deshalb kommt nirgendwo in seinem Zorn-Krimis der Name der Stadt vor, in der sein seltsames Ermittler-Duo noch seltsamere Mordfälle auflösen muss. Aber die in den inzwischen vier Krimis der Serie beschriebenen Orte erinnern trotzdem irgendwie an Halle, wo der Autor lebt und nun der zweite Fall für die Kommissare Zorn und Schröder abgedreht wurde.
Ausgestrahlt wird Zorn. Vom Lieben und Sterben am 16. April in der ARD. Darin in Szene gesetzt ist u.a. das Nordbad von Halle. Erinnert entfernt an Zorn. Tod und Regen, worin die Kommissare im Stadtbad ihre Bahnen ziehen. Und auch die Masche, jemanden durch ein über die Fahrbahn gespanntes Drahtseil zu Fall (und zu Tode) zu bringen, ist eher ein Klassiker in der Kriminalliteratur als wirklich innovativ. Immerhin wartet der neue Zorn mit einem neuen Hauptdarsteller auf. Für Abwechslung ist also zumindest etwas gesorgt.

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Montag, 9. März 2015
Halle liest mit!
Die Leipziger Buchmesse mit dem europaweit größten Lese-Spektakel 'Leipzig liest' geht in wenigen Tagen an den Start. Assistiert wird der Veranstaltungsreigen von der inzwischen fest etablierten Reihe 'Halle liest mit'. Marianne Sägebrecht und Harald Martenstein sind wohl die prominentesten Lesenden, die dieser Tage in der Saalestadt auftreten. Als (binnen weniger Stunden ausverkauftes) Highlight von 'Halle liest mit' gilt die 2. Kriminacht im Landgericht.
Über alle weiteren Veranstaltungen informiert das Stadtmarketing .

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